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Lebst du noch – oder „verzichtest” du schon?

Ralf Herter - neu
Veröffentlicht von Ralf Herter in Veganismus · 12 Januar 2021
Tags: #veganuaryverzichtcoronatierwohlveganveganismusverzicht
In diesen Tagen erleben wir, was es bedeutet, wenn man uns einen kleinen Teil unserer Freiheit nimmt – wenn wir verzichten müssen.

Für jeden sind diese Einschränkungen unterschiedlich schmerzhaft – und dennoch sind sie nichts im Vergleich zu dem „Verzicht”, den wir anderen Lebewesen aufbürden – und zwar dauerhaft. Lebewesen, deren Bedürfnis nach Bewegung und Freiheit mindestens genauso ausgeprägt ist wie unseres.

Wenn man bedenkt, dass sich Tiere in Freiheit viel mehr bewegen als wir, können wir vielleicht erahnen, wie viel qualvoller die Gefangenschaft für sie sein muss, die unserem Konsum- und Essverhalten geschuldet ist.

Schwein im Kastenstand
Für viele von uns ist es schon unerträglich, einige Zeit in der eigenen Wohnung verbringen zu müssen. Was muss es für ein Lebewesen bedeuten, 24/7 in einen Kastenstand eingequetscht zu sein? Gibt es eine treffendere Bezeichnung als „Folter” für so etwas? Wie konnten wir so das Gesellschaft jemals zulassen? Lies dazu diesen Artikel.

Allein um unsere „Appetit-Bedürfnisse“ zu befriedigen und um unseren (anerzogenen) und meist wenig reflektierten Ernährungsgewohnheiten nachzukommen, züchten, halten und töten wir andere Lebewesen – auf eine Art und Weise, die nur Wirtschaftlichkeit als Maßstab hat. Lebewesen, die das Pech haben, mit einer Spezies auf einem Planeten zu leben, die die ganze Welt den eigenen Bedürfnissen unterordnet. #Anthropismus


Was ist Verzicht?
„Verzicht ist die Nichtinanspruchnahme von etwas, das einem zusteht“, sagt wiktionary.

  • Hätten die Menschen vor 100 Jahren es als Verzicht betrachtet, wenn sie hätten nicht in den Urlaub gehen können? Vermutlich nicht.

  • Würden wir es als Verzicht bezeichnen, wenn wir mit einem Linienflugzeug vorlieb nehmen müssten anstelle eines Privatjets? Wohl auch nicht. Eher als dekadenten Luxus. Der Hollywood-Star aber würde es vielleicht als Verzicht empfinden.

Ist Verzicht also nicht vielmehr das Nicht(mehr)durchführen einer „liebgewonnenen Gewohnheit” – unabhängig davon, ob diese Gewohnheit jemals eine Existenzberechtigung hatte?

Was steht uns Menschen „objektiv” zu, mit den Ressourcen der Erde und ihren Lebewesen zu machen? Und wie anmaßend ist es im Grunde, etwas als „Verzicht” zu bezeichnen, was wir aus ethischen, ökologischen oder anderen Gründen hätten niemals tun dürfen, was sich nie als Gewohnheit hätte etablieren dürfen?

Ist es „Verzicht”, wenn wir etwas Pflanzliches essen anstelle des Schnitzels, für das ein Tier sein (einziges) Leben lang leiden musste – nur damit wir für 10 Minuten unseren Appetit befriedigen? Ist unser Appetit ein höheres Gut als das Wohl eines empfindsamen, leidenden Lebewesens?

Haben wir einen Anspruch darauf, die uns unterlegenen Lebewesen ihrer elementarsten Grundbedürfnisse zu berauben , um kurzfristige kulinarischen Gelüste zu befriedigen? Haben wir einen Anspruch darauf, Tiere „verzukonsumieren”  – so wie wir es tun?

Der Mensch findet immer „berechtigte Gründe” für sein eigenes Verhalten und er ist großzügig bei der Auslegung von dem, was er meint, dass es ihm zustehe.

Steht es ihm zu?
Warum?
Weil er der Stärkere ist?
Weil er es so gewohnt ist?
Weil es laut den Regeln und Gesetzen, die er gemacht hat, nicht verboten ist?

Aber sind diese Regeln „ethisch objektiv richtig”?
Oder entscheiden im Zweifelsfall die Bedürfnisse desjenigen, der die Regeln macht, darüber, was „richtig” ist.

#veganuary
Wir tun schlechte Dinge nicht, weil wir „böse” sind – oft fehlt uns einfach das Bewusstsein, welche Konsequenzen unser Verhalten für andere hat. Weil wir es „schon immer” so gemacht haben, reflektieren wir es nicht.

Oft wird uns erst bewusst, wie schlecht es anderen geht, wenn es uns selbst schlecht geht. Vielleicht ermöglicht es die aktuelle Situation dem einen oder anderen, Empathie für die Lebewesen zu entwickeln, die unserer Überlegenheit hilflos ausgeliefert sind und die ein Vielfaches an Einschränkungen, Schmerz und Leid ertragen müssen, als wir es je erleben werden.

Was du tun kannst

#veganuary ist eine Aktion, die Menschen dazu ermutigt, im Januar vegan zu leben. Warum probierst du es nicht mal aus?

Es liegt an dir, ob aus einem Lebewesen ein Produkt wird.




Danke für deine Aufmerksamkeit!

foto: © PETA Deutschland e.V.



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